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„Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist”
Fritz Schroth, Leiter der Tagungsstätte Hohe Rhön
Tischgespräche:Dieter Kohl, gott.net
Die Küche Kretas und ihr CharakterDirk Bieler, Koch
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Chancen der missionarischen Gastfreundlichkeit
Fritz Schroth
Für mich verbinden sich die Mahlzeiten meiner Kindheit im Elternhaus mit Geborgenheit, Gemeinschaft miteinander, die nicht nur das Essen, sondern auch den Austausch im Gespräch einschloss. Die gemeinsamen Mahlzeiten waren die Bühne unserer großen Familie, an der zeitweilig bis zu 12 Personen um den Tisch saßen. Das Essen war einfach, es wurde alles geteilt, auch das Schnitzel unter mehreren Familienmitgliedern, aber es war geschmackvoll und hat meinen Geschmack für mein Leben beeinflusst. Die Arbeit ruhte während der Mahlzeit. Geprägt waren die gemeinsamen Tischzeiten durch die Familienandachten mit Bibellesung und Gebet. Mindestens das Tischgebet zu Beginn und am Ende gehörten dazu. Wenn ich mich heute erinnere, waren es die Zeiten der Tischgemeinschaft, als das Innerste unserer Familie im Elternhaus.
Mit der Zeit hat das Essen hat in der Zeit des Schnellimbisses eine Wandlung erfahren, mit einem Verfall der Esskultur. Einerseits haben wir das fast food der Imbisketten, sie haben weltweit den gleichen Geschmack und die gleichen Zutaten, egal ob Sie in Hamburg, Johannesburg oder Tokio essen, unabhängig von den kulturellen Unterschieden der Kontinente. In den Familien sind es die Fertigprodukte mit Einheitsgeschmack, die nur noch im Mikrowellenherd aufgewärmt werden, ohne die ‘lästige’ Vorbereitungsarbeit mit Einkaufen und Zubereiten. Außerdem gelingt dieses Essen immer mit kürzestem Zeitaufwand. Oft ist es noch schlichter und das in-sich-hinein-Essen geschieht stehend oder hockend vor dem geöffnetem Kühlschrank. Daß beim Essen häufig noch die Tageszeitung gelesen wird, zeigt die Geringschätzung der Mahl-Zeit als verlorene Zeit an und die Mißachtung derer, die das Essen vorbereitet und den Tisch gedeckt haben.
Oder das andere Extrem im sündhaft teuren schicky-micky zelebrierten Dinner in Luxusrestaurants, das sich über Stunden hinzieht. Nicht die Tischgemeinschaft und das Treffen beim gemeinsamen Essen steht im Zentrum, sondern die Zelebration des Genusses. Obwohl dem normalen Geldbeutel kaum erschwinglich, sind diese Art von Spitzenrestaurants, auch in schwierigen Abseitslagen, schon Abende im voraus ausgebucht.
Die arbeitsteilige Welt hat zur Folge, daß auch in den Familien kaum mehr eine Kultur der Tischgemeinschaft anzutreffen ist, die mehr ist als bloße Nahrungsaufname. Lediglich bei den weit verbreiteten Arbeitsessen geht es um mehr als nur ums Essen.
Wie wichtig dabei die Mahlzeiten sind lehrt Jesus selbst, indem er uns eine Mahlzeit hinterlassen hat: Das Abendmahl als das größte und bleibenste Ereignis. Jesus machte dieses Mahl zum Gedächtnis-, Verkündigungs-, Gemeinschafts-, Liebes- und Hoffnungsmahl. Diese Tischgemeinschaft behält ihren Wert, bis Jesus wiederkommt. Durch den Verlust der Eßkultur wird heute kaum mehr das Zeichen verstanden, das Jesus uns im Abendmahl gibt. Das Abendmahl ist dann nur eine Abstraktion, die nur noch von Eingeweihten verstanden wird. Ein auch nur oberflächlicher Blick in die Bibel lehrt uns über Tischgemeinschaft und Essen eine andere Dimension:
- Da erscheint dem Abraham der König von Salem, Melchisedek, mit einem Essen von Brot und Wein. Nachdem Melchisedek Abraham gesegnet hat, wird durch Abraham zum ersten Mal der Zehnte als Opfer gegeben. 1.Mose 14, 18-20
- Da bewirtet Abraham die Engel Gottes im Hain Mamre, mit der Folge der Offenbarung Gottes und dem was er danach tun wird.
- Jesu öffentliche Wirksamkeit begann bei einem Festmahl, bei dem er 600 Liter Wasser zu Wein verwandelte, in eine bisher nie gekannte himmlische Spätlese und sie der Hochzeitsgesellschaft kredenzte. Ausdrücklich sagt an dieser Stelle die Heilige Schrift, daß so Gott seine Herrlichkeit bei einer Tischgemeinschaft offenbarte. Mit dieser Geschichte bin ich erst am Anfang des Verstehens.
- Der Evangelist Matthäus erzählt, daß Jesus Christus mit den Zöllnern und Sündern Tischgemeinschaft pflegte. Indem er sich mit diesen Menschen an einen Tisch setzte, solidarisierte er sich mit ihnen und zeigte ihnen den Weg zum erfüllten Leben. Die Seelsorge als Tischgemeinschaft begründete er. Das wirkte abstoßend auf die Hüter der reinen Lehre. Bei einer Tischrede zeigte Jesus den Pharisäern den Unterschied zwischen den äußeren Sitten und dem reinen Herzen des Menschen. Er zeigte den Ernst des göttlichen Gerichts und die Kraft der Liebe. Von Jesu Tischgemeinschaften gingen heilende Wirkungen aus.
- Jesus hat über seine himmlische Sendung meistens bei Tisch gesprochen. Auch in seinen Gleichnissen kommt immer wieder die Mahlzeit als Thema zur Sprache, wenn ich z.B. an das Gleichnis vom königlichen Hochzeitsfest, Math. 22, denke. Diese königliche Hochzeit bestand darin, daß der König den Tisch decken ließ. Nachdem die geladenen Gäste abgesagt hatten, wurde jedermann an Tisch des Königs geladen. Erst als die Tische besetzt waren, war es möglich, die Hochzeit zu feiern. Damit wurde zugleich der Stellenwert der Tischgemeinschaft deutlich. Es bleibt nicht nur beim Gleichnis bei der königlichen Hochzeit, denn es ist zugleich ein Hinweis für das große Abendmahl im Himmel nach dieser Erde.
- Jesus und seine Jünger pflegten die Tischgemeinschaft regelmäßig. Eingebettet in das Gemeinschaftsmahl lehrte Jesus seine Jünger das Evangelium von Gottes Reich. Die Speisung der 5000 aber macht deutlich, daß Jesus nicht nur die Predigt bietet, sondern auch die körperliche Speise reicht. Und das in Fülle, so daß Körbe mit Resten eingesammelt wurden.
Die Palette reicht von “'schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist”, bis hin zu: “Du bereitest mir einen Tisch - ein Festmahl - im Angesicht meiner Feinde”. Zu welcher Gelassenheit, auch vor dunklem Hintergrund, wird doch der Glaubende eingeladen!
Feiern: Ein Vorgeschmack des Himmels
Die Tischgemeinschaft, Essen und Trinken, ein gelungenes Fest kann zu einem Vorgeschmack des Himmels werden. Essen und Trinken ist nicht der Himmel; und wer dies meint, der ist - wenn es um das Letzte geht - nicht anspruchsvoll genug. Aber da wo es in gestalteter Weise geschieht, kann es in aller Vorläufigkeit zur Signatur des Ewig-Gültigen sein.
Wie bei allen Gaben, die uns unser Gott gibt, liegt neben der Gabe auch der Abgrund und die Gefährdung. Die Bibel ist auch nicht durch den Restaurantführer ersetzbar. Natürlich weiß ich um die Genußsucht und die Gaumenlust des Menschen als Gefährdung. Dies geschieht wo man Fülle und Völlerei verwechselt, wo Sinnleere durch “Habenmüssen” ( Erich Fromm) verdeckt wird. Die Schöpfung ist doch Gottes gute Gabe an uns und ER will, daß inmitten aller Trübsal und Vergänglichkeit sein Fest schon jetzt unter uns gefeiert wird. ER ist es doch, der “uns den Tisch bereitet selbst vor dem Angesicht von Feinden” Und wenn die Bibel vom Festmahl spricht, dann wird von einem “fetten Mahl” gesprochen. Da geht es nicht kärglich zu. Das bedeutet Fülle im Überfluß. Die Schöpfung macht es deutlich: Gott ist der freundliche Gott als großer Gastgeber.
Daß Essen und Trinken und die Tischgemeinschaft eingebunden bleiben an Gott den Herrn, den “Geber aller guten Gaben”, dazu verhilft die Tischandacht, weil wir eben auch auf die geistliche Speise angewiesen sind. Der Mensch ist eben nicht nur Leib, sondern auch Geist und Seele. Bei der Tischandacht braucht es eine gelingende Form in der Gestaltung. Das Gebet zu Tisch, bei dem die Gaben unter Gottes Segen gestellt werden, ist eine gute Kurzform der Andacht. Wie bei der Essenszubereitung ist bei der Weitergabe der geistlichen Speise, im Zusammenhang mit der Mahlzeit, Liebe und Phantasie gefragt. So kann als Trinkspruch vor dem Essen gut der 23. Psalm Anwendung finden. Gewöhnlich ist der Trinkspruch ein ‘weltlich Ding’ und in der Kurzform wird der Toast mit den Worten begleitet: “Zum Wohl”. Als Christen haben wir eine größere Möglichkeit. Übrigens sollten wir nicht alles, wie etwa die Sitte des Trinkspruchs, der Welt überlassen, sondern sie im Geiste Christi eigenständig füllen.
Alles hat sein Gegenüber und gehört zusammen: Sonntag und Werktag, Nacht und Tag, Arbeiten und Ruhen, Fasten und Feiern. So habe ich Freude am Fasten und der Genügsamkeit des Einfachen und freue mich zugleich Freude an gelungener Gastlichkeit, an Essen und Trinken. Wo ein Fest gelingt, da kommt Freude auf. Gewiß, es ist noch keine letzte Freude, aber weist in die richtige Richtung. Der Mensch darf essen und trinken, er bittet andere zu Tisch und gibt weiter was er selbst empfangen hat. Wer gibt, ist ein reicher Mensch. So werden Feste gefeiert, die den Vor-Geschmack des Himmels haben können. Dazu sind wir befähigt. Vielleicht muß diese Dimension wieder neu buchstabiert, neu gelernt werden.
Dieter Kohl
Mission in unserem Land und unter unseren Zeitgenossen, das ist das Ziel von gott.net. Bekannt wurde der überkonfessionell arbeitende Verein vor allem durch seine Großflächenplakate „Wir müssen miteinander reden. –Gott“ und seinen Handy-Service „SMSvonGott“. Mit der „Kreta-Formel“ hat gott.net nun eine weitere Möglichkeit entwickelt, mit der Einzelne, Gruppen, aber auch ganze Gemeinden zu Tischgesprächen über Gott und die Welt einladen können. Diese Aktion wird gott.net zusammen mit den Gästehäusern Hohe Rhön verbreiten und umsetzen. Dieter Kohl von gott.net stellt im Folgenden die Grundidee der „Kreta-Formel“ vor.
1. Mission ist eine fundamentale Eigenart der Christen
Die Gemeinde Jesu entstand durch Mission und lebt bis zum heutigen Tag von Mission. Vielleicht war das in unserem Land, in dem viele in das Christentum „hineingeboren“ wurden, in Vergessenheit geraten. Jetzt, in Zeiten des Kirchenabbaus, wird Mission wieder thematisiert. Doch Mission ist keine Mitgliederwerbung. Mission ist eine fundamentale Eigenart der Gemeinde.
2. Mission ist auch das Glaubenszeugnis der Christen vor Ort
Paulus gründete auf seinen Reisen „eine Gemeinde nach der anderen“. Wohin er auch kam, nach einem relativ kurzen Aufenthalt zog er weiter. Die neu entstandenen Gemeinden mussten dann selbst dafür sorgen, dass sich in ihrem Umfeld das Evangelium weiter verbreitete. In seinem Brief an die Thessalonicher schreibt Paulus: „Von euch aus ist das Wort des Herrn erschollen, nicht allein in Mazedonien und Achaja, sondern an allen Orten ist euer Glaube an Gott bekannt geworden“ (1. Thess. 1,8). Entscheidend wichtig für die Mission war also das Glaubenszeugnis der Christen vor Ort. Das ist bis heute so geblieben.
3. Mission holt den Menschen ab
Geblieben ist auch, dass Mission den Menschen immer in seiner Lebenssituation abholt. Auch heute gibt es innerhalb und außerhalb der Kirchen noch viele Möglichkeiten, auf Menschen zuzugehen, ihr Vertrauen zu gewinnen und mit ihnen über die wesentlichen Dinge des Lebens und des Glaubens zu sprechen. Eines von vielen Beispielen dafür ist das „Frauenfrühstück“. Viele unserer Zeitgenossen wissen gar nicht, welche Möglichkeiten und Chancen das Evangelium für ihr Leben bietet. Darum gilt: „Es muss wieder Leben ins Leben hinein.“ (Wolf Biermann)
4. Die Themen der Zeit
Ein Gang durch eine Buchhandlung zeigt es: Themen wie Essen und Kochen, Gesundheit und Spiritualität stoßen bei unseren Zeitgenossen auf hohes Interesse.
Vor allem das Thema Esskultur rückte in letzter Zeit stark ins Blickfeld. „Häufig gibt es keine festen Mahlzeiten mehr“, liest man dazu im Internetlexikon Wikipedia. „Sie werden abgelöst von einem konstanten, über den Tag verteilten ‚Snacking’. Dieses wirkt sich jedoch negativ auf unsere Gesundheit aus… Des Weiteren findet eine Wahrnehmungsverschiebung statt. Nebenbei eingenommene Mahlzeiten werden nicht als solche empfunden. Kochen ist gegenüber dem ‚Snacking’ bestimmt von Tradition und Innovation, denn das Kochen war einer der ersten kreativen Akte der Menschheit.“
Die „Kreta-Formel“ greift diese Themen auf:
1 Sie nutzt die kretische Küche. Vor einigen Jahren wurde diese als eine der gesündesten Küchen der Welt entdeckt. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die Kreter auf Grund ihrer Ernährung weniger krank werden und leben länger als die anderen Europäer.
2 Sie bietet Gelegenheit zu Tischgesprächen. Nicht nur auf Kreta ist Essen immer ein Gemeinschaftserlebnis. Man teilt die aufgetragenen Speisen miteinander, nimmt sich Zeit zum Essen und kommt miteinander ins Gespräch.
3 Sie bietet Hilfen für den Einstieg in das Gespräch über Gott und die Welt. In entspannter Atmosphäre kann man über den Glauben reden, über das, was einem selbst wichtig geworden ist. Selbstverständlich kann man seine eigenen Themen wählen.
5. Tischgespräche.
Die „Kreta-Formel“ ist eine hervorragende Möglichkeit zur Mission. Sie ist ganz einfach und fast von jedem umzusetzen.
1 Man braucht keinen besonderen Veranstaltungsort. Fast jeder Raum ist geeignet, ob Studentenbude, Wohnzimmer oder Gemeindesaal.
2 Jeder kann dazu einladen: Einzelne, Paare, Hauskreise, Gruppen, Gemeinden.
3 Wenn geeignete Kochmöglichkeiten vorhanden sind, kann auch gemeinsam gekocht werden. Oder man bereitet das Essen vor und serviert die Speisen dann den Gästen.
4 Die kretische Küche ist unkompliziert und schmackhaft. Jeder kann sie lernen.
6. Damit es gelingt:
Hilfen zum Kochen, fürs Gespräch und zur Organisation
Verschiedene Hilfsmittel werden für die Durchführung zur Verfügung stehen:
1. Damit die kretische Küche gelingt:
- Einführungsvideo in die kretische Küche
- Rezepte
- Kochkurse in den Gästehäusern (auch mit Diplom)
2. Damit das Gespräch gelingt:
Es stehen vorbereitete Themen zum Gesprächseinstieg auf DVD zur Verfügung. Sie werden laufend ergänzt. Man kann selbstverständlich auch seine eigenen Themen verwenden.
3. Damit das „Drumherum“ gelingt:
Vordrucke für Einladungen und anderes hilfreiches Material erleichtern die Vorbereitung und die Durchführung.
4. Damit man in Kontakt bleibt:
Das Netzwerk der „Kreta-Formel“ informiert über die weitere Entwicklung. Wer sich daran beteiligt, kann Rezepte, Tipps und Erfahrungen mit anderen austauschen. Neuigkeiten erfährt man durch den Newsletter per E-Mail oder per Post.
Mit der „Kreta-Formel“ können Sie den missionarischen Auftrag Jesu an seine Jünger umsetzen, als Einzelner, als Paar, als Hauskreis, als Gruppe, als Gemeinde. Nutzen Sie die Möglichkeit und probieren Sie es einfach einmal aus.
Die Startveranstaltung, zu der alle Interessierten herzlich eingeladen sind, findet vom 1. Mai 2007 bis 4. Mai 2007 in den Gästehäusern statt. Dirk Bieler, Chefkoch der Gästehäuser, hat vor Ort die kretische Küche studiert und führt sie fachmännisch und gekonnt in ihre Geheimnisse ein. Nähere Einzelheiten dazu im nebenstehenden Kasten.
Im größeren Rahmen stellen gott.net und die Gästehäuser die „Kreta-Formel“ dann auf dem Evangelischen Kirchentag in Köln vor.
Dirk Bieler, Koch
Wir leben in einer schnellebigen Zeit-alles muß sofort und auf kürzestem Wege in Perfektion erreichbar sein. Das wird gerade beim Genuß des Essens mehr als deutlich.
Um Genuß zu garantieren benötigen wir Qualität, doch eine breite Schicht unserer Gesellschaft legt die Meßlatte in punkto Qualität in vielen Bereichen hoch, aber bei Lebensmitteln sind oft günstiger Preis , schnelle Zubereitungsmöglichkeit und möglichst alles zu jeder Zeit verfügbar, die Entscheidungskriterien .
Wenn diese Kriterien zusammenaddiert werden, kann unterm Strich alles mögliche stehen, Qualität mit Sicherheit nicht! „Alles hat seine Zeit“, so sagt es der Prediger Salomo. Das gilt gerade für Obst und Gemüse. Sie benötigen Zeit an frischer Luft und unter Sonnenlicht zu reifen. Das gleiche gilt für das Fleisch. Tiere müssen so gehalten und gefüttert werden, daß nicht durch Zuhilfenahme von Chemie und anderen Hilfsmitteln, der natürliche Wachstumsprozess und das Gewicht bis ins extremste beschleunigt wird und der Geschmack bleibt auf der Strecke.
Zudem: müssen wir Erdbeeren wirklich an Heilig Abend „genießen“? Hat nicht der Ablauf eines Jahres jeweils „seinen“ Geschmack und eine ureigene Prägung? Bei der landeseigenen Küche auf Kreta, die schlicht und einfach ist, verbindet sich Qualität mit Genuß. Aber auch das möchte ich festhalten: Daß die folgenden Statements zur gesunden Ernährung im Rahmen der Kreta-Diät, nicht zum Gesetz erhoben werden können. Das Heil des Menschen kommt niemals vom noch so gesunden Essen, sondern von Christus selbst. Aber eine gesunde Ernährung ist schöpfungsgemäß. Ist sie missionarisch eingebunden, dann kann Essen und die Gemeinschaft bei Tisch eine kaum überbietbare Bedeutung bekommen.
Wichtig ist mir aufzeigen: Was ich esse, hat Auswirkungen auf mein Befinden.
Diese kretische Küche soll einfach durch ihren Charme und auch von der ernährungsspezifischen Seite her für sich sprechen und ermutigen neue Sichtweisen zu entwickeln, Neues zu erproben und einen Hauch von Begeisterung zu erleben und am Ende festzustellen,daß auch kleine Veränderungen meiner Ernährung spürbar werden.
November 2006 war ich zum Kennenlernen der kretischen Küche auf Kreta.( Eine traumhafte Insel!). Mich hat diese Insel interessiert, denn in anerkannten Studien, wird den Kretern Langlebigkeit, wenig Herz-Kreislauferkrankungen und reduzierte
Krebserkrankungen bescheinigt. Dinge, die direkt in Verbindung zur Ernährung gebracht werden können. Womit ich mich „fülle“ hat also Auswirkungen, nicht nur auf meine mehr oder weniger vorhandene Figur, sondern direkt auf körperliche und geistige Vitalität.
Schauen wir näher hin: Der gute Gesundheitszustand der Kreter wird von den Studien der WHO auf ihre Ernährung zurückgeführt, oder besser gesagt auf ihre Lebensweise. Das bedeutet, die Ernährungsweise, die Arbeit, der Genuss von Lebensfreude durch die Zusammenkunft mit Freunden, die Unterhaltung, den Wein, den der Kreter nie allein trinkt, die Zusammenkunft und Gesellschaft in der Familie ist eine feste Gewohnheit Griechenlands und der Nachbarländer. Jeden Mittag sitzt die ganze Familie amTisch und unterhält sich über die täglichen Ereignisse und alle Familienmitglieder genießen die Freude des Lebens und des Zusammenseins.
„In Griechenland ist es Gewohnheit, zusammen mit Verwandten und Freunden zu essen, sich Witze und Anektdoten zu erzählen, Freude zu haben, während man das Glas Wein genießt, das das schmackhafte Essen begleitet.“ (Zitat:Kretische Kochkunst, von Maria &Nikos Psilakis)
Doch nun zu den Kriterien, die der Kretischen Küche ihren besondern Charakter verleihen:
Der Kreter konsumiert
1.
Viel Fett! - erstaunlicherweise auch im Vergleich zu anderen mediteranen Küchen. Aber nie oder fast nie tierische Fette und nie Pflanzenöl. Er nutzt aussschließlich reines und schmackhaftes Olivenöl, und davon eine große Menge weder gekocht noch gebraten, sondern roh,z.B in Salaten, auf doppelgebackenen Brot etc.
2. Sehr wenig Fleisch und Fleischprodukte!
3. Große Mengen an Brot! Dreimal soviel wie die Amerikaner, aber nur Brot mit Kleie (Vollkornbrot aus Weizen, Gerste,Roggen).
4.
Sehr viel Obst! Das vierfache der Bewohner der anderen Mittelmeerregionen.
5.
Gemüse und Hülsenfrüchte in großen Mengen! Daraus bestand das tägliche Essen der Kreter. Ohne Hülsenfrüchte verging nicht der zweite oder dritte Tag; ohne Gemüse, Wildgemüse, Salat und Heil – und Gewürzkräuter nicht ein Tag.
6.
Wein während des Essens; 1-2 Gläser
Zwei Tatsachen sind die hervorstechensten Merkmale der kretischen Küche:
1.
Die Ursprünglichkeit. Die verschiedenen Geschmacksarten werden nicht vermischt, so sehr auch verschiedene Zutaten bei der Zubereitung der täglichen Mahlzeiten benutzt werden. Jede Zutat behält seine Selbstständigkeit, seine Identität und seinen Geschmack. Die kretische Küche ist eine Lebensart, einfach und ohne „überflüssige“ Gewürze, ohne Geschmacksverstärkung und doch voller Phantasie und Geschmack.
2.
Das Olivenöl, die Olive. Wenn man sich mit diesem „Ur-stoff“ beschäftigt, könnte man ins Schwärmen geraten. Eine Bündelung an einfach und mehrfach ,ungesättigten Fettsäuren (ca 77%), sowie dem Vitamin E und Provitamin A. Der Konsum von Olivenöl senkt den Cholesteringehalt , verhindert Arteriosklerose und hat noch viele andere gesundheitsfördernde Aspekte, die ich jetzt im einzelnen nicht alle aufzählen kann.
Dann ist natürlich der Geschmack des kretischen Öls zu erwähnen, der mich sehr begeistert hat. Er hat nichts mit dem zu tun, was man so an günstigen Olivenölen der Vergangenheit kennengelernt hat. Von einem Duft wie frisch gemähtes Gras bis zu kräftigeren Varianten—einfach ein Erlebnis. Das Olivenöl ist eines der wichtigsten Bausteine für gesunde Ernährung innerhalb der kretischen Küche, das auch im Verhältnis mit anderen Mittelmeerländern, viel stärker eingesetzt wird. Es gäbe noch vieles mehr zu erwähnen, aber ich kann leider nur das Wesentliche aufzeigen.
Ich hoffe ich habe ein wenig Ihr Interesse geweckt , für eine Küche die durch ihre bestechende Einfachheit und Frische sowie die Kunst des Weglassens geprägt, ein neues Lebensgefühl bieten kann. Wenn dazu, wie bei der Kreta Formel – Essen mit Gott, dies in ein Glaubensgespräch eingebunden ist, stellt die kretische Küche eine wunderbare missionarische Möglichkeit dar, die Sie vielfältig nutzen können.
Damit die Aussagen zur kretischen Küche nicht nur in Theorie bleibt, gebe ich Ihnen zwei ganz einfache Rezepte zum Nachkochen und genießen mit Freunden, die es mit Ihnen ausprobieren können:
Dakko(Gerstenzwieback)
Frische Tomaten pürrieren;
oder Tomaten blanchieren, enthäuten und fein würfeln
Oregano, Olivenöl, Salz, Pfeffer, (nach Wunsch Knoblauch) vermischen.
Gerstenzwieback (wahlweise andere Brotsorten) kurz unter fließendes Wasser halten
(ist dann nicht so hart)
Tomatenpürree oder Tomatenwürfel auf Dakko geben;
Mysithra ( ersatzweise Feta oder Schaf-Ziegenkäse) darüberbröseln (Menge nach belieben)
Mit Olivenöl übergießen (Menge nach belieben).
Mit Petersilie und Oliven dekoriert servieren.
Ein besonderer Tipp: Hochzeitsjoghurt
Griechischen Joghurt mit Honig und gehackten Walnüssen servieren - traumhaft!
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